Auf vielfachen Wunsch

schreibe ich heute nochmal etwas aus Ajahn Brams wunderbaren Buch "Vögel fliegen ohne Koffer", erschien im Lotos Verlag.

Das Garten-Gleichnis

Wer einen Garten besitzt, wird manche Stunde darin zu tun haben. Aber ein Garten soll natürlich nicht nur Arbeit machen, man muss sich auch einfach an ihm freuen können. Ich sage auch meinen Schülern gern, sie sollten so oft wie möglich einfach in ihrem Garten sitzen und nur seine Schönheit genießen.

Schüler, die es noch nicht sehr weit gebracht haben, bilden sich ein, sie müßten erst mähen, die Sträucher schneiden, die Blumenbeete gießen, Laub rechen und überhaupt den ganzen Garten in Ordnung bringen, bevor sie sich hinsetzen und ihn genießen dürfen.

Bei mittelmäßigen Schülern kann das Problem eher darin liegen, dass sie gar nichts tun. Sie sitzen da und grübeln:"Es müsste gemäht werden, und die Stäucher gehören zurückgeschnitten. Die Blumen lassen die Köpfe hängen, Laub wäre zu rechen, der Hartriegel würde da drüben besser aussehen" und so weiter. Sie denken immer nur darüber nach, wie der perfekte Garten aussehen würde, aber sie können sich nicht einfach an im freuen. Sie finden keinen Frieden. Schüler der dritten Art sind die, die weise meditieren. Sie haben viel im Garten getan, und jetzt ist es Zeit auszuruhen. Sie sagen sich:"Der Rasen könnte noch gemäht werden, die Hecke könnte man noch schneiden und das Laub zusammenrechen, aber es reicht. Der Garten ist schön, wie er jetzt ist". Sie finden Ruhe und Frieden und machen sich nichts daraus, dass nicht alles fertig ist.

Ajahn Brahm

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